Hessen-Tour ‚Nutzen der Digitalisierung‘ mit Stationen in Frankfurt und Darmstadt

Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus: „Digitalisierung in die Zukunft entwickeln.“

Wiesbaden. Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus informierte sich heute im Rahmen ihrer Sommerreise über das Berufsbildungs- und Technologiezentrum Frankfurt der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main. Gemeinsam mit dem Präsidenten Bernd Ehinger und dem Geschäftsführer Florian Schöll wurde ihr der Einzug der Digitalisierung in das Schweißerhandwerk anhand eines Roboters vorgeführt. Roboter und Künstliche Intelligenz können Aufgaben im Arbeitsalltag eines Handwerkers bzw. Handwerkerin übernehmen, um mehr Zeit für kreative Tätigkeiten zu schaffen. „Digitalisierung ermöglicht Handwerksbetrieben, neue Märkte zu erschließen und somit zukunftsfähig zu bleiben. Für die Zukunftssicherung des Standortes Hessen müssen und wollen wir möglichst viele kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung mitnehmen. Bei der digitalen Transformation hat der Mittelstand für mich einen großen Stellenwert“, betonte Sinemus. „Daher ist auch in meinem Bereich die Geschäftsstelle Digitales Hessen angesiedelt, die Unternehmen im operativen Bereich unterstützt.“

„Die Duale Ausbildung wird immer komplexer und anspruchsvoller. Insbesondere die Digitalisierung führt zum Einsatz neuer Technologien und Methoden. In immer geringerer Zeit müssen mehr Lerninhalte in den Betrieben und den Bildungszentren vermittelt werden', hob Bernd Ehinger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main hervor. „Wir passen daher unsere Unterrichtsinhalte methodisch und didaktisch dahingehend an, dass starke wie schwache Auszubildende gleichermaßen Erfolgserlebnisse haben und der Lernerfolg für alle steigt. Dabei verschalten wir digitale Instrumente mit echter handwerklicher Arbeit. Dadurch gewährleisten wir bestmögliche Entwicklungschancen für junge Menschen.“ Ehinger verdeutlicht dies an einem Beispiel aus dem Metallbereich. „Junge Menschen lernen bei uns an virtuellen Schweißsimulatoren unter Anleitung von Ausbildern die grundlegenden Handfertigkeiten. In der Schweißkabine wird das digital Erlernte in der handwerklichen Praxis umgesetzt und verfeinert. An einem Schweißroboter werden zudem Grundlagen der Programmierung vermittelt. Eine gute Symbiose aus handwerklicher Praxis und digitalen Lernmethoden.“

„Hessen gilt schon immer als Bildungsland. Auch bei der Digitalisierung zeigt sich die Vorreiterrolle im Bildungsbereich. Das beweisen wir auch mit unserem Programm ‚Digitale Schule Hessen‘ oder auch dem Digitalpakt Hochschulen. Aus- und Weiterbildung spielt insgesamt eine extrem wichtige Rolle – nicht nur akademisch. Aus diesem Grund haben wir auch eine entsprechende Kampagne in diesem Jahr geplant“, ergänzte die Ministerin.

Symbolische Tabletübergabe für Schülerinnen und Schüler sowie für Seniorinnen und Senioren in Darmstadt

Bei ihrer zweiten Station überreichte die Digitalministerin zusammen mit Bürgermeister Rafael Reißer und Sozialdezernentin Barbara Akdeniz die vom Land Hessen zur Verfügung gestellten Geräte an den Einrichtungsleiter des Seniorenzentrums Fiedlersee, Beat Hillinger, in Darmstadt. Insgesamt hat die Hessische Landesregierung 10.000 Tablets unentgeltlich zur Verfügung gestellt. „Viele Bewohnerinnen und Bewohner leiden unter den Kontaktbeschränkungen. Die Hessische Landesregierung möchte aktiv helfen. Von dieser Maßnahme können weit über 1.000 Einrichtungen für die etwa 69.000 Menschen in Hessen profitieren“, so Sinemus.

Bürgermeister Reißer sagte als Dezernent für das Gesundheitsamt: „Die Kontaktbeschränkungen des Landes Hessen haben dazu beigetragen, dass viele Leben gerade von Bewohnerinnen und Bewohner in Altenpflegeeinrichtungen gerettet werden konnten. Die Digitalisierung bietet Chancen, die Trennung der Menschen voneinander zu überwinden.“

Ebenfalls symbolisch überreichte die Digitalministerin ein Tablet an Bettina Kroh, Leiterin des städtischen Schulamtes. Im Rahmen des ergänzenden Sofortausstattungsprogramms des Bundes und des Landes hat die Stadt Darmstadt rund 2.000 Tablets für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf bestellt.

Digitalministerin Sinemus betonte: „Digitalisierung gelingt, wenn alle an einem Strang ziehen: Bund, Land, Kommunen und Kreise. Hierbei haben wir im Bildungsbereich die gesamte Schülerschaft im Blick, das Thema Chancengleichheit wird in Hessen aktiv gelebt. Wir werden aus der Corona-Krise heraus durch massive Förderungen positive Perspektiven entwickeln. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die digitale Verstärkung für unsere Schülerinnen und Schüler ein anderes Lernen in der Zukunft bedeutet. Wir wollen das Beste aus beiden Welten: Digital und analog – beides ist notwendig und wichtig.“ Zusätzlich wurde der Ministerin vor Ort das neue Feuerwehrgebäude samt digitaler Haustechnik vorgestellt.

Rundgang im Merck Innovation Center

Bei der dritten Station des Tages im Merck Innovation Center zeigte sich die Ministerin von der kreativen Arbeitsumgebung beindruckt, die eine Kultur der Offenheit und des Austauschs zwischen Mitarbeitern fördert und eine neue Arbeitswelt schafft. In diesem Zusammenhang erinnerte die Ministerin an die Einberufung des ‚Rats für Digitalethik‘, um die Chancen der Digitalisierung für die Zukunftsfähigkeit Hessens zu nutzen und der sich Anfang Juli unter ihrem Vorsitz mit dem Thema Arbeitswelt der Zukunft beschäftigte, mit dem Ziel, zentrale Handlungsfelder zu identifizieren. „Die Digitalisierung durchdringt fortwährend alle Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Wir werden den technologischen Fortschritt zum Wohle des Menschen gestalten, denn Digitalisierung muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt“, so die Ministerin abschließend.

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