Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation

Daten, Dynamik, Dominanz – Hessens Rechenzentren sichern Europas wirtschaftlichen Erfolg

Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus: „Rechenzentren sind das Fundament der Digitalisierung, Motor für Innovation und für wirtschaftliches Wachstum.“

Frankfurt. Hessen ist der bedeutendste Standort für Rechenzentren in Kontinentaleuropa. Die Vertreter der drei Arbeitsgruppen, Ivo Ivanov (DE-CIX), Volker Ludwig (IHK Frankfurt/Digital Realty) und Dirk Pollert (VhU), stellten heute in Frankfurt gemeinsam mit Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus die Ergebnisse zur Agenda „Rechenzentren in Hessen“ vor. Eines der drei Hauptziele der Agenda wird die gezielte Ansiedlung von Rechenzentren sein, insbesondere vor dem Hintergrund des wachsenden Flächenbedarfes sowie der Landes- und Regionalplanung, um eine ausgewogene Entwicklung des Standortes zu ermöglichen. Zweitens muss das digitale Ökosystem durch den Ausbau der digitalen Wertschöpfungsketten gestärkt, die Qualifizierung von Fachkräften erweitert sowie die Entwicklung von Innovationen und Technologien unterstützt werden. Letzter Punkt sei die zukünftige Energieversorgung, denn der kontinuierlich steigende Bedarf benötige eine deutliche Beschleunigung des Netzausbaues. Insbesondere die Verfügbarkeit von ausreichend Netzanschlussmöglichkeiten werde zu einem entscheidenden Faktor für die Planung neuer Rechenzentren. „Hier steht nicht weniger als die wirtschaftliche Dynamik von Hessen, Deutschland und Europa auf dem Spiel, wenn wir nicht im globalen Wettbewerb weiter zurückfallen wollen. Der weltweite Bedarf an Rechenleistung wächst durch KI und Quantentechnologie immer rasanter. Mit den Koalitionsverträgen von Bund und Land hat man das klare politische Signal gesendet: Wir wollen den Rechenzentrumsstandort Deutschland weiter stärken. Wer Daten schneller verarbeitet, ist wirtschaftlich erfolgreicher, denn Latenz ist eine neue Währung. Gleichzeitig stoßen die Akzeptanz und der Ausbau von Rechenzentren im Großraum Frankfurt an Hürden. Sie müssen wir mit Augenmaß aus dem Weg räumen, nur dann werden wir der Rechenzentrumsstandort in Kontinentaleuropa bleiben und Hessen im Dialog mit allen Beteiligten mit Unterstützung unserer Agenda zur Modellregion entwickeln, denn nur ein digital souveränes Europa kann im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig sein“, hob Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hervor.

Laut Bitkom wird 2026 wird die Leistung aller deutschen Rechenzentren (RZ) erstmals 3.000 Megawatt überschreiten, davon befindet sich mehr als ein Drittel der Leistung im Großraum Frankfurt. Fast dreimal so viel wie beim zweitplatzierten Bayern. Bis 2030 soll sich die Leistung nach Vorstellungen des Bundes auf 6.000 Megawatt bundesweit verdoppeln, die KI-Kapazitäten sogar vervierfachen.

Dazu die Vertreter der drei Arbeitsgruppen:

Ivo Ivanov, CEO DE-CIX: „Die Rechenzentrumsstrategie Hessens ist ein wichtiger Impuls, um die Position von Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet als eines der weltweit führenden digitalen Ökosysteme weiter zu stärken. Rechenzentren bilden dabei die Grundlage – doch erst durch leistungsfähige Konnektivität und Interconnection an zentralen Internetknoten entsteht echte digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit, die wir für KI-Anwendungen, Industrie und Innovation dringend brauchen. Geringe Latenzen, hohe Resilienz und direkte Vernetzung entscheiden dabei über Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität. Die Initiative Hessens eröffnet die Chance, dieses Zusammenspiel im Schulterschluss von Politik, Wirtschaft und Infrastrukturbetreibern gezielt weiterzuentwickeln.“

Volker Ludwig, Vizepräsident der IHK Frankfurt am Main und Managing Director DACH Digital Realty: „Digitale Infrastruktur entsteht nicht durch Stillstand, sondern durch verlässliche und effiziente Verfahren. Für Betreiber ist entscheidend, dass die Ausweisung von Flächen mit Zugang zu ausreichenden Stromkapazitäten gewährleistet ist. Darüber hinaus sollten Planung und Genehmigung in Hessen koordiniert, transparent und zügig erfolgen, um die gesetzten Ausbauziele zu erreichen. Wir begrüßen die heute vorgestellten Ansätze der Zukunftsagenda Rechenzentren Hessen. Sie sind ein wichtiger Schritt, um Investitionen, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit im Land sinnvoll miteinander zu verbinden.“

Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU): „Daten und Rechenleistung sind bereits heute und werden in Zukunft noch stärker eine Grundlage für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft bilden. Sie ermöglichen vernetzte Produktion, neue Geschäftsmodelle und Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungsketten. Damit dieses Zusammenspiel gelingt, sind jetzt verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich: wettbewerbsfähige Energiepreise, ausreichende Flächen und Stromnetzkapazität sowie schnellere Genehmigungsverfahren.“

Im Vergleich zur nationalen Rechenzentrumsstrategie wird sich die hessische Agenda im Kern auf regionale Herausforderungen bei Rechenzentren fokussieren. Dabei wurde auch bewusst ein dialogorientierter und praxisnaher „bottom-up“ Ansatz gewählt. Gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten und zunehmender Digitalisierung sei es deshalb unerlässlich, die Wettbewerbsfähigkeit Hessens durch gezielte Investitionen und die Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen weiter zu stärken. „Wir werden daher einen Musterbebauungsplan sowie standardisierter Musterverträge zur Unterstützung und Beschleunigung kommunaler Verfahren entwickeln, einschließlich Regelungen zu Energieanbindung und Abwärmenutzung. Mit dem Aufbau eines landesweiten Potentialflächenkatasters für Rechenzentren, das geeignete Standorte systematisch erfasst und bewertet, werden wir eine belastbare Grundlage für Standortentscheidungen schaffen. Wir werden Ausbildungsprogrammen, Studiengängen und Weiterbildungsinitiativen in Kooperation mit Hochschulen und der Industrie vernetzen, um den wachsenden Bedarf an spezialisierten Fachkräften zu decken und Praxisorientierung zu gewährleisten. Und wir setzen uns weiter entschlossen im Bund und in Europa dafür ein, dass die Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich vereinfacht und entbürokratisiert werden“, ergänzte Sinemus.

Im September 2025 startete in Frankfurt die Auftaktveranstaltung mit dem Ziel, alle relevanten Akteure entlang der Rechenzentrumswertschöpfungskette frühzeitig in den Strategieprozess einzubinden. Weitere Sitzungen mit insgesamt über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden bis Februar 2026 statt, so dass der Arbeitsgruppenprozess abgeschlossen ist. Auch über das Beteiligungsportal Hessen war eine Rückmeldung möglich. Um die Bedarfe der Kommunen zu berücksichtigen, wurden ebenfalls mehrere Kommunaldialoge durchgeführt. Nach der heutigen Vorstellung folgt im Anschluss die Ressortbeteiligung, so dass die finale Agenda bis Ende Juni vorliegen soll.

Mit dem Leitfaden zur nachhaltigen Ansiedlung von Rechenzentren sowie dem Rechenzentrumsbüro als zentraler Beratungsstelle haben die Kommunen bereits die Möglichkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen und den Rechenzentrumsstandort Hessen weiterzuentwickeln.

Bei Nachfragen wenden Sie sich gerne an: Markus Büttner, Pressesprecher


Quelle:

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