Wirkung messen statt nur umsetzen: Wissen Sie, was ihre digitalen Projekte wirklich bringen?
NEWSLETTER März 2026 - Leitartikel Seite 2
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Dabei muss die Wirkungsmessung ganzheitlich erfolgen und über das bloße Zählen von Outputs (z. B. Anzahl der installierten Sensoren) hinausgehen, um die tatsächlichen Outcomes (Ergebnisse) zu erfassen. Hierbei stehen typischerweise mehrere zentrale Dimensionen im Fokus. Dazu zählt beispielsweise die ökonomische Wirkung (Effizienz), die untersucht, wie digitale Services Verwaltungskosten reduzieren oder smarte Lösungen den Ressourceneinsatz (z. B. Smart Bins: Senkung der Fahrkilometer bei der Müllabfuhr) optimieren. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die ökologische Wirkung (Nachhaltigkeit), die misst, welche messbare Reduktion von Emissionen, Lärm und Energieverbrauch durch die Projekte erzielt werden konnte (z.B. Energieeinsparung durch Smart Lighting). Schließlich ist die soziale Wirkung (Lebensqualität) von Bedeutung, die sich mit Fragen beschäftigt, ob sich die Bürgerzufriedenheit verbessert hat, ob die Zugänglichkeit öffentlicher Angebote gestiegen ist und wie die Akzeptanz neuer digitaler Dienste in der Bevölkerung aussieht. Diese Aspekte müssen als Grundlage für die Definition von Key Performance Indicators (KPI) dienen, um den tatsächlichen Nutzen abzubilden.
Viele Kommunen stehen vor der Herausforderung, die anfängliche Begeisterung für ein Leuchtturmprojekt in nachvollziehbare Informationen zur Projektsteuerung zu übersetzen. Dies erfordert eine organisatorische und kulturelle Verschiebung. Wirkungsmessung darf keine nachträgliche Pflichtübung sein, sondern muss bereits in der Konzeptions- und Planungsphase des Projekts mit klaren Zielen beginnen. Auch liegt die Herausforderung in der Daten-Governance, da die für die Wirkungsmessung notwendigen Daten oft in verschiedenen Ämtern liegen. Die Etablierung einer zentralen Daten-Governance, wie es einige hessische Kommunen mit eigenen Dezernaten oder interkommunalen Datenplattformen vormachen, kann helfen, um die Wirkung ganzheitlich zu erfassen.
Nur wenn die Ergebnisse der Wirkungsmessung konsequent zur evidenzbasierten Steuerung genutzt werden, können Kommunen Budgets fundiert begründen, erfolgreiche Lösungen auf andere Bereiche skalieren oder nicht erfolgreiche Projekte frühzeitig korrigieren.
Ganz konkret heißt das: Stellen Sie sich möglichst früh in der Planungsphase eines Digitalisierungsprojektes folgende Fragen:
Um Kommunen bei der Entwicklung der notwendigen Kompetenzen zu unterstützen, bietet die Smart City Akademie gezielte Schulungen und methodisches Knowhow an. Hier können Projektverantwortliche lernen, wie sie robuste KPIs entwickeln und die erhobenen Daten strategisch interpretieren. Die Geschäftsstelle Smarte Region Hessen bietet Kommunen darüber hinaus in regelmäßigen Erfahrungskreisen (ERFA) den notwendigen Raum, um Best Practices zu teilen. Am 12. März geht es explizit um das Thema der Wirkungsmessung. Nutzen Sie dieses Netzwerk, um aus Ihren digitalen Investitionen maximalen und nachweisbaren Erfolg zu generieren!