Amazon investiert 4,8 Milliarden Euro in hessische Rechenzentren
- Ministerpräsident Rhein und Digitalministerin Sinemus: Aktive Wirtschaftspolitik des Landes stärkt Investitionsstandort
- Fokus auf nachhaltige Entwicklung wichtig
Wiesbaden. Hessen ist und bleibt der führende Rechenzentrumsstandort in Deutschland: Wie das Unternehmen Amazon am Dienstag ankündigte, wird es im nächsten Jahr weitere rund 4,8 Milliarden Euro in Ausbau, Modernisierung und Neubau von Rechenzentren in Frankfurt und der Rhein-Main-Region investieren. Schon zwischen 2024 und 2026 hatte das Unternehmen knapp 8,9 Milliarden Euro in die Erweiterung seiner Rechenzentrumsinfrastruktur in Hessen investiert. Mit der neuen Investition will Amazon vor allem die Cloud- und KI-Infrastruktur ausbauen.
Ministerpräsident Boris Rhein sagte: „Hessen ist das digitale Herz Europas. Alle großen Player wollen nach Hessen. Die geplante Milliarden-Investition von Amazon stärkt unsere Spitzenposition als digitales Powerhouse in Europa weiter. Seit 2024 – dem Amtsantritt unserer Landesregierung – haben Unternehmen Großinvestitionen von mehr als 25 Milliarden Euro in Hessen angekündigt oder bereits realisiert. Nun kommen noch einmal fast fünf Milliarden Euro für modernste Rechenzentren hinzu. Das ist ein Vertrauensbeweis in die wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen am Digitalstandort Hessen. Zugleich ist es ein weiterer Beleg, dass wir mit unserer aktiven Wirtschaftspolitik und unserem klaren Bekenntnis zu Technologieoffenheit und Innovationsfreude genau richtig liegen.“
Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus sagte: „Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Innovationstreiber und eröffnet unserer Wirtschaft enorme Chancen. Damit aus neuen Ideen erfolgreiche Anwendungen werden, brauchen wir leistungsfähige, souveräne digitale Infrastrukturen und ausreichende Rechenkapazitäten. Für Hessen bedeutet digitale Souveränität, selbstbestimmt und handlungsfähig beim Einsatz unserer IT und Daten zu sein. Dies bedeutet einerseits, eine klare Kontrolle über die eigene digitale Infrastruktur und Technologien zu haben und andererseits offen für die Zusammenarbeit mit globalen Partnern zu sein. Wir wollen und brauchen internationale Kooperationen und Investitionen. Dabei müssen jedoch Datenschutz, Datensicherheit und die Integrität unserer Systeme nach unseren europäischen Regeln gewährleistet sein, wie auch eine leistungsfähige technologische Infrastruktur. An diesen Voraussetzungen arbeitet die Amazon-Tochter Amazon Web Services aktiv mit seinem Konzept einer ‚European Sovereign Cloud‘‘.‘
Weiter äußerte die Ministerin: „Gleichzeitig kommt es darauf an, den Ausbau ressourcenschonend und nachhaltig zu gestalten. Energieeffizienz, erneuerbare Energien und die Nutzung von Abwärme sind zentrale Voraussetzungen für eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur.“ Die Hessische Landesregierung engagiere sich in vielfältiger Weise, um eine verlässliche und zukunftsfähige Infrastruktur bereit zu stellen. Dazu zählen die Prüfung der Verfügbarkeit von Flächen, wettbewerbsfähige Energiepreise sowie ausreichende und schneller als bisher verfügbare Stromkapazitäten. „Dies muss alles im Dialog mit Betreibern und Kommunen erfolgen. Denn nur gemeinsam können wir leistungsfähige und zugleich energieeffiziente Rechenzentren für eine nachhaltige Digitalisierung schaffen.“ Sinemus verwies zudem darauf, dass Hessen sich auf Bundesebene dafür stark gemacht habe, dass die Kommunen stärker wirtschaftlich von der Ansiedlung von Rechenzentren profitieren. Der sogenannte Zerlegungsmaßstab der Gewerbesteuer soll angepasst werden, damit die Gewerbesteuer nicht mehr rein nach den Lohnkosten verteilt wird, sondern überwiegend anhand der elektrischen Nennanschlussleistung.
Hintergrund Rechenzentrumsstandort Frankfurt Rhein-Main
Im aktuellen Länderindex des Branchenverbands Bitkom hat sich Hessen in der Kategorie digitale Infrastruktur von Platz 8 im Jahr 2024 auf Platz 2 verbessert und nimmt somit den Spitzenplatz unter den Flächenländern ein. Ausschlaggebend hierfür sind insbesondere die starken Zuwächse bei den Rechenzentrumskapazitäten sowie der konsequente Ausbau einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur.
Mit dem DE-CIX befindet sich einer der weltweit größten Internetknoten in Frankfurt, weshalb Rechenzentrumsbetreiber aufgrund der kurzen Latenzzeiten die Nähe zu DE-CIX suchen. Mehr als ein Drittel – gut 1.300 Megawatt – der nationalen Rechenzentrumskapazitäten befindet sich im Großraum Frankfurt Rhein-Main. Bis 2030 sollen sich die bundesweiten Kapazitäten nach Vorstellungen der Bundesregierung auf 6.000 Megawatt verdoppeln, die reinen KI-Rechenkapazitäten sogar vervierfachen.
Bei Nachfragen wenden Sie sich gerne an: Alexandra Groth, stellv. Pressesprecherin
Quelle:
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