Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation

Digitale Lösungen selbst gestalten statt von Anbietern abhängig zu sein

  • Land fördert Open-Source-Low-Code-Projekt des Main-Kinzig-Kreises mit rund 1,3 Millionen Euro
  • Kooperation mit weiteren Kommunen

Gelnhausen. Kommerzielle Low-Code-Plattformen sind zwar leistungsfähig, aber auch kostenintensiv. Open-Source-Lösungen sind dagegen häufig nicht so benutzerfreundlich und zu technisch. Daher will der Main-Kinzig-Kreis die bestehende Open Source Low Code-Plattform Limbas gezielt für den Einsatz in der öffentlichen Verwaltung erweitern. Ziel ist es, die Kommunen in die Lage zu versetzen, eigene digitale Anwendungen zu erstellen, ohne hohe Lizenzkosten, externe Abhängigkeiten oder spezielle Programmierkenntnisse. Das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation fördert das Projekt „OSLOCO-Hessen – Open Source Low Code für die Verwaltungen in Hessen“ mit rund 1,3 Millionen Euro aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“ zur Förderung smarter Kommunen und Regionen. Staatssekretär Dr. Nicolas Sölter hat den Bescheid heute an Landrat Thorsten Stolz überreicht.

„Kommunen brauchen bei der Digitalisierung Lösungen, die nicht nur leistungsfähig, sondern auch dauerhaft bezahlbar, flexibel und souverän einsetzbar sind. Open Source kann dabei ein wichtiger Baustein sein, weil es Abhängigkeiten reduziert und zugleich ermöglicht, Wissen und gute Lösungen miteinander zu teilen. Gerade für Kommunen liegt darin eine große Chance: Nicht jede Verwaltung muss das Rad neu erfinden. Wenn gemeinsam entwickelte Lösungen übertragbar und nachnutzbar sind, profitieren viele von den Erfahrungen Einzelner. Diesen Ansatz wollen wir mit unserer Förderung gezielt stärken“, sagte der Staatssekretär.

Mit dem Projekt wollen die Projektverantwortlichen die Offenheit und Nachhaltigkeit von Open Source mit der Niedrigschwelligkeit moderner Low Code- und No Code-Technologien verbinden. Die bestehende Plattform Limbas ist im Main-Kinzig-Kreis bereits erfolgreich im Einsatz und soll nun gezielt weiterentwickelt werden, um sie für eine breitere kommunale Nutzung zugänglich zu machen. Der Fokus liegt dabei laut Antrag auf speziell für die Verwaltung zugeschnittenen Prozessen, intuitiv zu bedienenden grafischen Werkzeugen, barrierearmen Schulungs- und Unterstützungsangeboten sowie der Beachtung des Datenschutzes und der vollständigen Datensouveränität. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sollen darauf basierend künftig Anwendungen für zum Beispiel Antragsverfahren, Kontaktmanagement oder interne Verwaltungsabläufe entwickeln und anpassen können. Denn die Beschäftigten würden die Arbeitsabläufe am besten kennen, ebenso wie das Optimierungspotenzial und den sinnvollen Einsatz von digitalen Möglichkeiten. Anders als bestehende Open Source Low Code Plattformen soll bei OSLOCO kein hohes technisches Wissen notwendig sein, um das Tool auf die speziellen lokalen Bedürfnisse anzupassen. Der Mainz-Kinzig-Kreis setzt das Projekt gemeinsam mit den Partnerkommunen Rheingau-Taunus-Kreis, Freigericht, Hasselroth, Langenselbold, Linsengericht, Nidderau und Rodgau um.

Landrat Thorsten Stolz: „Viele Verwaltungen stehen vor denselben Herausforderungen: Die Fachverfahren sind teuer, starre Softwarelösungen bremsen die Digitalisierung und für individuelle Anpassungen fehlen oft Zeit und finanzielle Mittel. Daher freut es mich umso mehr, dass wir für das Projekt OSLOCO-Hessen sieben weitere Kommunen gewinnen konnten. Wir arbeiten an der Entwicklung aktiv mit und bauen unsere gute interkommunale Zusammenarbeit weiter aus.“


Hintergrund Förderprogramm „Starke Heimat Hessen“

Mit dem Programm „Starke Heimat Hessen“ werden die Kommunen bei wichtigen Zukunftsprojekten unterstützt. Über die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ stellt das Land seit 2021 rund 15,5 Millionen Euro jährlich für kommunale Digitalisierungsvorhaben bereit. Bisher wurden beziehungsweise werden 149 Vorhaben mit einer Gesamtfördersumme von rund 110 Millionen Euro bewilligt. Seit 2025 ergänzt eine neue Förderlinie das Programm: Sie unterstützt die Nachnutzung erprobter, datenplattformbasierter Lösungen. Seit 2026 können Kommunen im neuen Förderprogramm „kommunal.digital.hessen“ eine Förderung von Basistechnologien zur Verwaltungsdigitalisierung aus Mitteln des Programms „Starke Heimat Hessen“ beantragen.

Um die Kommunen zu unterstützen, Austausch und Vernetzung zu ermöglichen, hat die Hessische Landesregierung im Frühjahr 2020 die Geschäftsstelle Smarte Regionen im Haus der Digitalministerin eingerichtet. Durch die Formate des Wissenstransfers der Geschäftsstelle Smarte Region, etwa durch die Best-Practice-Datenbank oder Erfahrungskreise, profitieren auch nicht geförderte Kommunen von der Förderung.

Nähere Informationen finden Sie unter www.digitales.hessen.de/Foerderprogramme/Starke-Heimat sowie unter www.smarte-region-hessen.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich gerne an: Alexandra Groth, stellv. Pressesprecherin


Quelle:

Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation
Taunusstraße 3
65183 Wiesbaden

Telefon: +49 611 32 114273
E-Mail: alexandra.groth@digitales.hessen.de
Internet: www.digitales.hessen.de

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