Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation

Edermünde macht Freibad mit digitalen Technologien sicher und intelligent

  • Land fördert Digitalprojekt mit 110.400 Euro
  • KI soll Gefahrensituationen im Wasser erkennen und Aufsichtspersonal alarmieren

Edermünde. Künstliche Intelligenz soll im Freibad Edermünde künftig dabei helfen, Gefahrensituationen im Wasser frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig will die Gemeinde mit digitaler Sensorik Energie und Wasser sparen. Möglich wird das Projekt „Smart Pool: Zukunft schwimmt hier“ durch die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat den Bescheid über 110.400 Euro nun auf den Weg gebracht.

„Digitalisierung ist dann besonders wertvoll, wenn sie das Leben der Menschen sicherer macht und – wie in diesem Fall – dazu beiträgt, Menschenleben zu retten. Genau das zeigt Edermünde: Künstliche Intelligenz unterstützt das Aufsichtspersonal dabei, eine mögliche Ertrinkungsgefahr schneller zu erkennen. Was in Hallenbädern bereits erprobt ist, überträgt Edermünde auf sein Freibad. Sensoren können gleichzeitig helfen, weniger Energie und Wasser zu verbrauchen. Mit diesen und weiteren geplanten Maßnahmen wird aus einem Freibad Schritt für Schritt eine smarte kommunale Infrastruktur“, sagte Sinemus.

Kern des Projekts ist eine KI-gestützte Wasserüberwachung. Kameras und Software sollen in einem Pilotbecken sicherheitsrelevante Situationen wie beispielsweise eine mögliche Ertrinkungsgefahr automatisch erkennen. In einem solchen Fall wird das Aufsichtspersonal unmittelbar über Smartwatches alarmiert. Die Technik soll die Beschäftigten unterstützen, nicht ersetzen. Die Videoerfassung dient laut Projektplanung ausschließlich der Mustererkennung und nicht der Identifizierung von Personen.

Daneben soll digitale Sensorik den Betrieb des Freibads effizienter machen. Erfasst werden unter anderem Strom-, Wärme- und Wasserverbrauch sowie Daten zu Wasserqualität, Pumpen, Heizungs- und Filteranlagen. Auch Wetterdaten und Unwetterwarnungen sollen einbezogen werden. Auf dieser Grundlage können technische Anlagen bedarfsgerechter gesteuert und Energie- und Wasserverbräuche gesenkt werden.

„Gerade kleinere Kommunen stehen vor der Aufgabe, ihre Infrastruktur trotz knapper Ressourcen zukunftsfähig zu gestalten. Edermünde verbindet deshalb mehrere digitale Anwendungen in einem Projekt. Besonders spannend ist neben dem ganzheitlichen Ansatz, dass das Projekt wissenschaftlich begleitet wird und die Erfahrungen nicht in Edermünde bleiben sollen. Andere Kommunen sollen einzelne Bausteine später für ihre eigenen Bäder und Freizeiteinrichtungen übernehmen können“, so Sinemus.

Das Projekt läuft bis Dezember 2027. Die Gemeinde will die Ergebnisse unter anderem in einem Best-Practice-Leitfaden dokumentieren und anderen hessischen Kommunen zur Verfügung stellen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen sich nicht nur auf andere Frei- und Hallenbäder, sondern grundsätzlich auch auf kommunale Einrichtungen wie Sportstätten übertragen lassen.

Bürgermeisterin Michaela Weitsch: „Unser Freibad ist ein wichtiger Ort für die Menschen in Edermünde – für Sport, Erholung und Begegnung. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit dem Projekt ‚Smart Pool‘ einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gehen können. Digitalisierung soll dabei kein Selbstzweck sein: Sie soll ganz konkret mehr Sicherheit schaffen, unsere Mitarbeitenden unterstützen und helfen, Energie und Ressourcen bewusster einzusetzen. Ich finde es besonders schön, dass wir mit diesem Projekt zeigen können, dass auch eine kleinere Kommune innovative Wege gehen und moderne Lösungen für ihre Bürgerinnen und Bürger entwickeln kann.“


Hintergrund Förderprogramm „Starke Heimat Hessen“

Mit dem Programm „Starke Heimat Hessen“ werden die Kommunen bei wichtigen Zukunftsprojekten unterstützt. Über die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ stellt das Land seit 2021 rund 15,5 Millionen Euro jährlich für kommunale Digitalisierungsvorhaben bereit. Bisher wurden beziehungsweise werden 149 Vorhaben mit einer Gesamtfördersumme von rund 110 Millionen Euro bewilligt. Seit 2025 ergänzt eine neue Förderlinie das Programm: Sie unterstützt die Nachnutzung erprobter, datenplattformbasierter Lösungen. Seit 2026 werden Kommunen zusätzlich über das neue Förderprogramm „kommunal.digital.hessen“ bei der Implementierung von Basistechnologien zur Verwaltungsdigitalisierung aus Mitteln des Programms „Starke Heimat Hessen“ unterstützt.

Um die Kommunen zu unterstützen, Austausch und Vernetzung zu ermöglichen, hat die Hessische Landesregierung im Frühjahr 2020 die Geschäftsstelle Smarte Regionen im Haus der Digitalministerin eingerichtet. Durch die Formate des Wissenstransfers der Geschäftsstelle Smarte Region, etwa durch die Best-Practice-Datenbank oder Erfahrungskreise, profitieren auch nicht geförderte Kommunen von der Förderung.

Nähere Informationen finden Sie unter www.digitales.hessen.de/Foerderprogramme/Starke-Heimat sowie unter www.smarte-region-hessen.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich gerne an: Alexandra Groth, stellv. Pressesprecherin


Quelle:

Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation
Taunusstraße 3
65183 Wiesbaden

Telefon: +49 611 32 114273
E-Mail: alexandra.groth@digitales.hessen.de
Internet: www.digitales.hessen.de

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