„Amt. Klick. Fertig!"
Bundesdigitalminister Wildberger und Hessens Digitalministerin Sinemus besuchen Projekte im Rheingau-Taunus-Kreis
Taunusstein. Wie Digitalisierung ganz konkret im Alltag wirkt, zeigte der gemeinsame Besuch von Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus und Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger im Rheingau-Taunus-Kreis. Von der digitalen Wohnsitzanmeldung über intelligente Mobilitätslösungen bis hin zur Unterstützung älterer Menschen im Umgang mit digitalen Angeboten standen Projekte im Mittelpunkt, die den Nutzen der Digitalisierung unmittelbar erlebbar machen. Die drei Stationen zeigten, dass Digitalisierung dann erfolgreich ist, wenn sie den Menschen einen echten Mehrwert bringt.
Hessen war das erste Land, das mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung im September 2025 ein Pilotprojekt zur flächendeckenden Anbindung von alltagsnahen und besonders häufig genutzten Onlinediensten gestartet hat, um den Bürgerinnen und Bürgern digitale Abläufe flächendeckend anzubieten. Eine dieser Leistungen, die mit Hilfe von sogenannten Roll-in-Teams aktuell umgesetzt wird, ist die elektronische Wohnsitzanmeldung. Bundesminister Wildberger hat sich gemeinsam mit der Digitalministerin Sinemus heute in Taunusstein bei einem der Workshops mit Kommunen über die Umsetzung und die Erfahrungen in den Rathäusern informiert.
„Die Digitalisierung muss bei den Kommunen ankommen, denn dort erleben die Menschen den Staat unmittelbar. Wenn digitale Verwaltungsangebote einfach, sicher, einheitlich und flächendeckend nutzbar sind, stärkt das Vertrauen, spart Zeit, entlastet Beschäftigte und verbessert den Standort. Der Paradigmenwechsel beginnt dort, wo Umsetzung spürbar wird. Genau daran arbeiten wir in Hessen – gemeinsam mit Bund und Kommunen. Damit es künftig heißt: Rathaus to go. Amt. Klick. Fertig!“, sagte Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus.
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Dr. Karsten Wildberger: „Die Beispiele hier im Rheingau-Taunus-Kreis zeigen sehr konkret, worauf es ankommt: Digitalisierung muss im Alltag spürbar funktionieren und den Menschen echten Nutzen bringen. Hessen geht mit seinen Projekten und der engen Einbindung der Kommunen voran und schafft Lösungen, die als Vorbild für ganz Deutschland dienen können. Genau diese Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen ist der Schlüssel für schnelle, einheitliche und nutzerfreundliche digitale Angebote. Jetzt müssen wir auf allen Ebenen noch das Tempo erhöhen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass der Staat moderner, effizienter und bürgernäher wird.“
Ein entscheidender Punkt für die erfolgreiche Verwaltungsdigitalisierung ist die Standardisierung und Zentralisierung. Deshalb sind in Hessen sechs Pilotkommunen, darunter der Rheingau-Taunus-Kreis, ausgewählt worden, um eine Blaupause für ein flächendeckendes Angebot an digitalen Verwaltungsleistungen zu schaffen, die auch von anderen Ländern genutzt werden können. Bei der organisatorischen und technischen Anbindung unterstützen sogenannte Roll-in-Teams, was gerade kleinere Kommunen entlastet. Bis Ende 2026 sollen fünf besonders nachgefragte Leistungen möglichst flächendeckend digital in Hessen verfügbar sein. Dies sind An- und Ummeldung, Aufenthaltsrecht für ausländische Staatsangehörige, Führerscheinantrag, Unterhaltsvorschuss und immissionsschutzrechtliche Genehmigungen.
Der von Bundesminister Wildberger und Digitalministerin Sinemus besuchte Workshop in Taunusstein war das sechste regionale Angebot zur elektronischen Wohnsitzanmeldung. Inzwischen können 91 Prozent der hessischen Bürgerinnen und Bürger die An- und Ummeldung online erledigen. Bei bundesweit acht Millionen und hessenweit rund 430.000 Umzügen pro Jahr eine große Verbesserung im Service.
AUSLASTUNG DER BUSSE DANK SENSOREN IN ECHTZEIT ABRUFBAR
Ein verbesserter Service für die Bürgerinnen und Bürger stand auch im Mittelpunkt der zweiten Station. Mit dem Projekt „Smart-Traffic-Management“ will der Landkreis den öffentlichen Personennahverkehr nachfrageorientierter ausbauen. Denn bei einer Bürgerbefragung wurde das Busangebot im Landkreis als unzureichend beurteilt. Um Daten über die Auslastung der Busse zu erhalten, sollen in den mehr als 120 Bussen des Landkreises videobasierte, optische Zählsensoren und die dazugehörige Daten- und Übertragungstechnik installiert werden. Neben der Optimierung des Angebots können die Fahrgäste künftig auch in Echtzeit Informationen über die Auslastung erhalten, unter anderem über die App des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Dies ist auch vor dem Hintergrund der Bundesgartenschau 2029 im Oberen Mittelrheintal ein wichtiger Aspekt für die Organisation der Besucherströme, um rasch auf die aktuelle Nachfrage reagieren zu können. Das Projekt wird vom Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation über die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ mit 2,25 Millionen Euro unterstützt.
Landrat Sandro Zehner: „Echte Digitalisierung auf der Ebene von Bund, Land und Kommune zu erreichen ist eine riesige Aufgabe. Das werden wir nur gemeinsam schaffen. Dass wir das auch gemeinsam schaffen wollen, beweist der heutige Tag sehr eindrücklich. Was hier momentan in den Pilotkommunen und Pilotlandkreisen entwickelt wird, ist nicht weniger, als ein digitales Infrastrukturversprechen an unsere Bürgerinnen und Bürger. Das spart den Menschen und den Verwaltungen Zeit, das spart Geld, und es macht den Service überall besser.“
EHRENAMTLICHE DI@-LOTSEN VERMITTELN ÄLTEREN DIGITALE KOMPETENZEN
Dass Digitalisierung auch im Alter eine gute Unterstützung sein kann, wurde dem Bundesminister in der „Leitstelle Älter werden“ der Stadt Taunusstein gezeigt. Diese ist einer von 70 Di@-Lotsen-Stützpunkten in Hessen. Bei diesen schulen Ehrenamtliche zumeist ältere Mitmenschen im Umgang mit digitalen Endgeräten oder in der Nutzung von digitalen Alltagshelfern. Das Hessische Digitalministerium hat gemeinsam mit dem Familienministerium und der Staatskanzlei 2021 das Projekt gestartet. Ziel ist es, einen niedrigschwelligen Zugang zu digitalen Hilfen zu schaffen, indem sowohl Einführungskurse als auch offene Sprechstunden angeboten werden. Zudem werden die Beratungsangebote mit weiteren Unterstützungsangeboten für Seniorinnen und Senioren wie der Wohn- und Technikberatung verzahnt. Der Stützpunkt in Taunusstein hat einen Schwerpunkt auf der Einbindung von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, da einer der Di@-Lotsen aus eigener Erfahrung hierzu sein Wissen teilen und Informationen zu digitalen Hilfsmitteln weitergeben kann.
Bürgermeister Joachim Reimann: „Dass sich Bund und Land heute in Taunusstein über die Arbeit unserer Di@-Lotsinnen und Di@-Lotsen informieren, ist eine besondere Anerkennung für das Engagement unserer Ehrenamtlichen. Der digitale Wandel kann vieles einfacher machen. Entscheidend ist aber, dass alle Menschen daran teilhaben können. Unsere Ehrenamtlichen nehmen sich Zeit, beantworten Fragen geduldig und helfen dabei, digitale Möglichkeiten selbstständig zu nutzen. So schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass Digitalisierung niemanden ausschließt und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander.“
Bei Nachfragen wenden Sie sich gerne an: Alexandra Groth, stellv. Pressesprecherin
Quelle:
Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation
Taunusstraße 3
65183 Wiesbaden
Telefon: +49 611 32 114273
E-Mail: alexandra.groth@digitales.hessen.de
Internet: www.digitales.hessen.de