Viele hessische Kommunen haben schon Erfahrungen mit Smart Region-Projekten gesammelt. Davon wollen wir Sie profitieren lassen. Hier entsteht deshalb eine stetig wachsende Sammlung von großen und kleinen Projekten in verschiedenen kommunalen Handlungsfeldern.
Sie haben selbst ein spannendes Projekt?
Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag zur Projektsammlung.
Mit „Follow ME“ haben zehn Unternehmen im Odenwaldkreis die Chance bekommen, sich die Vorteile der Digitalisierung zu erschließen. Mitarbeiterinnen der OREG standen ihnen mittels individueller Beratung und Anleitung zur Seite und unterstützten beim Einstieg und Umgang mit digitalen Technologien. Ziel: Den Unternehmen zu zeigen, dass sie schon mit geringem Aufwand messbare Vorteile durch die Nutzung der Digitalisierung erreichen können. Innerhalb des Projekts wurden die zehn Unternehmen zudem mit erfolgreichen Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern mit hoher digitaler Kompetenz zusammengebracht. Vom gegenseitigen Austausch profitierten beide Seiten – Alt hilft Jung – und andersherum!
Die gesamte Entwicklung der zehn Unternehmen wurde innerhalb eines Blogs (www.followme-odw.de) dokumentiert und kann von allen Unternehmen für eine erste Orientierung für den Einstieg in die Digitalisierung genutzt werden.
Sensorik für Wasserstands-Messung und Wetterdaten, sowie zum Erkennen von Rauchgas und Gasgeruch (Schnüffel-Sensorik)
Kamera-Sensorik für Waldbrandüberwachung
Emergency Eye
Funktechnologie als ausfallsicheres Kommunikationsmedium
Digitale Endgeräte
Projektbeschreibung
Der Odenwaldkreis hat mit dem Projekt „Katastrophenschutz goes digital“ eine ganzheitliche digitale Infrastruktur für den Bevölkerungsschutz aufgebaut, die Prävention, Einsatz-Unterstützung und Krisenkommunikation miteinander verbindet.
Zentrale Grundlage ist ein odenwaldkreisweites LoRaWAN-Netz, das gemeinsam mit den Kommunen betrieben wird. Darüber werden flächendeckend Sensoren zur Überwachung von Gewässern, Kanälen und Wetterdaten angebunden. Die erfassten Messwerte werden zentral verarbeitet, visualisiert und stehen Einsatzleitungen sowie Entscheidungsträgern zur Lagebeurteilung und frühzeitigen Reaktion zur Verfügung.
Zur frühzeitigen Gefahrenabwehr wurde zusätzlich eine kameragestützte Waldbrandfrüherkennung installiert, die den gesamten Kreis überwacht und eine schnelle Lokalisierung und Alarmierung bei Brandereignissen ermöglicht.
Die Zentrale Leitstelle wurde mit der Software Emergency Eye ausgestattet. Dadurch können Einsatzlagen bereits während des Notrufs durch Video-, Bild- und Standortinformationen besser eingeschätzt und Betroffene qualifiziert angeleitet werden – datenschutzkonform und ohne zusätzliche Apps.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherstellung der Kommunikationsfähigkeit in Krisenlagen. Hierfür wurde eine ausfallsichere Notfallkommunikation aufgebaut, die auch bei Ausfall von Internet- oder Telefonnetzen eine zuverlässige Verständigung ermöglicht.
Das Projekt zeichnet sich durch sein integriertes Gesamtkonzept aus: Alle digitalen Bausteine greifen ineinander und stärken die Resilienz des Katastrophenschutzes nachhaltig. Der Ansatz ist praxisnah, übertragbar und bietet Kommunen eine zukunftsfähige Grundlage für den digitalen Bevölkerungsschutz.
Aufbauend auf bestehenden kreiseigenen LoRaWAN-Use Cases (z. B. Wasser- und Wettersensorik) wird im Odenwaldkreis ein erster gemeinsamer interkommunaler Use Case umgesetzt. Eingesetzt werden LoRaWAN-fähige Rauchwarnmelder in Feuerwehrhäusern, Feuerwehrfahrzeugen sowie in kommunalen Liegenschaften. Die Sensorik ermöglicht eine energieeffiziente Überwachung sicherheitsrelevanter Bereiche. Alarm- und Statusmeldungen werden über das bestehende LoRaWAN-Netz übertragen, eine teilweise Aufschaltung auf die zuständige Leitstelle ist vorgesehen. Der Use Case verbessert die frühzeitige Branddetektion, vereinfacht die Wartung und erhöht die Sicherheit kommunaler Infrastruktur und dient als Blaupause für weitere kommunale LoRaWAN-Use Cases.